Bhante Sujato (Anthony Best) wurde am 4. November 1966 in Perth, Westaustralien, geboren. Er wuchs in einer Familie liberaler Katholiken auf und besuchte eine christliche Ordensschule. Beeindruckt durch das tiefgründige Weltbild, das die Wissenschaft eröffnete, und insbesondere durch die Relativitätstheorie, kehrte er sich während seiner Jugend von seinem katholischen Glauben ab.

Er studierte an der „University of Western Australia“ zwei Jahre lang Philosophie und Literatur, hörte aber dann damit auf um Rock’n’roll Gitarrist zu werden. Gemeinsam mit der Sängerin Peggy van Zalm gründete er in den späten Achtzigern Martha’s Vineyard, eine erfolgreiche Indie-Band, die sich jedoch wieder trennte, bevor sie ihr volles Potential realisieren konnte.

Nach einigen Jahren des Sich-Treiben-Lassens in der alternativen Musikszene fühlte er sich desillusioniert und zu drastischem Wandel gedrängt: er ging 1992 nach Thailand.

Obwohl er bisher noch keine Erfahrungen mit dem Buddhismus gemacht hatte, geriet er dort in ein intensives Retreat eines Klosters in Chiang Mai. Als das Retreat zu Ende war, begann er nach Wegen zu suchen, die dort gewonnenen Erkenntnisse zu verkörpern und weiter zu vertiefen.

Innerhalb eines Jahres kam er in Wat Pa Nanachat an, dem Internationalen Waldkloster, das für die und von den englischsprachigen Mönchen in der Tradition von Ajahn Chah geführt wurde. Er bat um Ordination zu Novizen und bekam diese auch gewährt, und erhielt ein Jahr später, am 5. Mai 1994, die volle Ordination zum Bhikkhu.

Anfang 2003 kehrte Bhante Sujato nach Australien zurück und ließ sich in der damaligen Einsiedelei „Citta Bhavana“ nieder. Es wurde entschieden, dass die Einsiedelei zu einem Trainingskloster entwickelt werden sollte, und der Name wurde zu „Santi Waldkloster“ (Santi Forest Monastery) geändert.

Seitdem ist das Kloster rasch gewachsen und hat einige Meilensteine erreicht, darunter seine ersten Ordinationen.

In der Vision des Klosters war immer eine Rolle für Nonnen enthalten, und Bhante Sujato wurde bekannt für seinen brennenden Einsatz und seine Unterstützung der Linie der vollordinierten Bhikkhunis, der wohl dringlichsten Kontroverse des zeitgenössischen Theravada-Buddhismus.

Die größten Einflüsse auf Bhante Sujato’s spirituelle Entwicklung waren dreifältiger Natur. Am offensichtlichsten ist der Lebensstil der Waldtradition in der er eingebettet war. Diese verlangte eine strikte Einhaltung des Codex der Ordensdisziplin für buddhistische Mönche (Vinaya) und erinnerte immer wieder daran, dass man sein ganzes Leben der Praxis widmen musste.

Der zweite große Einfluss waren die frühen Lehren des Buddhas. Nachdem er zehn Jahre mit dem Studium der kanonischen Pali-Schriften verbracht hatte, wurde er sich zunehmend der auffallenden aber wenig bekannten Tatsache bewusst, dass es zu den Pali-Schriften noch Tausende paralleler Passagen in chinesischen, tibetischen und Sanskrit-Texten gab. Diese Überschneidung wird als wichtigster historischer Hinweis auf Buddhas ursprüngliche Nachricht angesehen, und Bhante Sujato hat eine führende Rolle bei der Einführung traditionsübergreifender vergleichender Textstudien in die buddhistische Gemeinde übernommen.

Der dritte große Einfluss kam von seinen zwei Haupt-Meditationslehrern. Von dem wenig bekannten thailändischen Mönch Ajahn Maha Chatchai lernte er die Praxis der liebevollen Güte, die immer noch das Rückgrat seiner eigenen Meditation und Lehrtätigkeit bildet. Von Ajahn Brahm lernte er insbesondere, diese Praxis im gesamten Kontext des buddhistischen Pfads zu verstehen.

In den letzten Jahren hat Bhante Sujato Dhamma und Meditation einem vielgestaltigen Publikum in seiner örtlichen Umgebung und international gelehrt, und war Sprecher auf mehreren bedeutenden internationalen buddhistischen Konferenzen und Anlässen. Seine Arbeiten erforschen die frühesten buddhistischen Schriften unter Verwendung eines vergleichenden und historischen Ansatzes um den Prozess der Bildung von buddhistischer Ideologie und Identität zu beleuchten; zu seinen bisher veröffentlichten Büchern (momentan nicht auf Deutsch erhältlich) zählen „A Swift Pair of Messengers“, „A History of Mindfulness“, „Beginnings“, und „Sects & Sectarianism“.

Ein besonderes Interessensgebiet ist die Rolle der Frau im Buddhismus, und insbesondere die Wiederbelebung des Bhikkhuni-Ordens innerhalb der Theravada-Tradition. Zusätzlich zu seiner Arbeit eine tatsächliche Bhikkhuni-Gemeinde in Santi zu etablieren, verwendet Bhante Sujato seine text-kritischen Fähigkeiten um auf dieses dringliche moderne Dilemma Einfluss zu nehmen.