Die Geschichte des Buddha

Der Buddha hieß ursprünglich Siddhattha Gotama. Er wurde vor zweieinhalbtausend Jahren in Nordindien als Prinz in eine wohlhabende Familie geboren, fühlte sich jedoch trotz seines Wohlstands und weltlichen Status unerfüllt.

Erkennend, dass die flüchtigen Freuden des Lebens schnell vergingen, machte er sich auf die suche nach anhaltendem, dauerhaftem Glück. Er unternahm ein Streben nach Askese, die in an den Rande des Todes brachte, und im Bewusstsein der Torheit dieser Extreme entdeckte er einen Weg der Meditation, der im Erreichen einer tiefen Erleuchtung gipfelte: die Realisierung der letztgültigen wahren Natur der Realität; das Ende von sinnlichem Begehren, Zorn, und Verblendung; und vollkommenes Glück und Frieden.

Er war fortan als der Buddha bekannt, der Erwachte, und er gab die restlichen fünfundvierzig Jahre seines Lebens hin, um anderen zu helfen, die selbe erhabene Freiheit und Glückseligkeit zu erreichen, die er entdeckt hatte. Seine Lehre, bekannt als der Dhamma, beschreibt die bedingte Natur aller Phänomene, und erklärt sowohl den süßen Geschmack der Welt, als auch die Gefahr die diesem innewohnt.

Der Buddha legte einen klaren Weg der spirituellen Übung dar, geschaffen um andere zum vollkommenen Ende aller Formen mentalen Leidens zu führen. Er richtete Gemeinden von Mönchen und Nonnen ein, den Sangha, für Leute die inspiriert waren, den Rest ihres Lebens der Übung und Bewahrung dieses Wegs von Tugend, meditativem Frieden und Weisheit zu widmen.

Die klösterliche Lebensweise

Der klösterliche Sangha hat über fünfundzwanzig Jahrhunderte überlebt und ist eine der ältesten ununterbrochenen Einrichtungen der Geschichte. Das kontemplative Leben eines Buddhistischen Mönchs oder einer Nonne ist ein Leben der Einfachheit, des Zölibats und der Zufriedenheit.

Sie suchen nicht die Freude, die auf sinnlichen Genüssen und weltlichen Zerstreuungen beruht, sondern streben nach einer subtileren und befriedigenden inneren Freude die weiter erblüht, wenn Frieden und Weisheit im Herzen Wurzeln schlagen.

Meditation ist ein unerlässlicher Teil dieses Lebensstils, und Mönche und Nonnen kultivieren Qualitäten, die diese fördern: Großzügigkeit, Entsagung, Zügelung, Anstand, Demut, liebende Güte, aufrechte Hingabe und achtsames Gewahrsein bei allen Aktivitäten.

Die thailändische Waldtradition

Die zeitgenössische thailändische Waldtradition ist eine bodenständige, nach Rückkehr zu den Ursprüngen suchende Bewegung, die ihre Praxis und ihren Lebensstil nach dem des Buddha und der ersten Generation seiner Jünger ausrichtet. Dem Anbruch des modernen Zeitalters trotzend, erhalten Waldklöster die alten Traditionen immer noch lebendig, durch strikte Befolgung des buddhistischen monastischen Codex der Disziplin (der Vinaya) in all seinen Details, und durch Hingabe an die Bewahrung und Verwirklichung der Erleuchtung des Buddha.

Seit Buddhas Zeiten gab es immer schon Mönche die sich in die Tiefen des Waldes, der Berge und Höhlen zurückzogen, auf der Suche nach physischer Abgeschiedenheit um sie in der Entwicklung ihrer Meditation und Verwirklichung des Dhamma, der Wahrheit der Lehre des Buddha, zu unterstützen. Gleich ob in Einsamkeit oder in kleinen Gruppen, solche Mönche lebten ein Leben der Einfachheit, Entbehrung und der entschlossenen Anstrengung. Unter ihnen befanden sich einige der größten Meditationsmeister seit dem Buddha selbst. Fern von Ortschaften und Städten, bereit sich der unerbittlichen Strenge und Mühsal des Lebens in der Wildnis zu stellen, um die Gelegenheit zu erhalten, von der Natur zu lernen, nicht interessiert an weltlichem Ruhm oder Anerkennung, blieben diese Waldmönche oft unbekannt, ihre Lebensgeschichten verloren im Dickicht des Dschungels und auf den Gipfeln der Berge.

Früher waren thailändische Klöster oft grundsätzlich Orte des Lernens. Die Mönche in den Städten und Dörfern betonten Gelehrsamkeit, das Studium der buddhistischen Schriften und die Durchführung von Zeremonien. Zumeist legten sie wenig Wert auf Meditation, benutzten Geld und folgten der Vinaya, den vom Buddha dargelegten Übungsregeln für Mönche und Nonnen, nicht genau.

Die Wiederbelebung der thailändischen Waldtradition im zwanzigsten Jahrhundert war ein Versuch zu einem Lebensstil und einer Übung zurückzukehren, wie es unter dem Buddha praktiziert wurde. Die beiden Hauptfiguren dieser Bewegung waren Ajahn Mun Bhuridatta und Ajahn Sao Kantasilo. Ihre Absicht war es, in ihrem eigenen Herzen den inneren Frieden und die Weisheit des Dhamma zu verwirklichen. Die geschäftigen Dorfklöster wurden zurückgelassen, um in Ruhe und Frieden in der Natur zu leben und strikt nach der Vinaya zu leben, mit Betonung auf jedes Detail. Die Mönche lebten ohne Geld, nahmen an, was immer ihnen angeboten wurde und hielten geduldig aus, wenn es nichts gab. Vom Buddha empfohlene asketische Praktiken wurden als fester Bestandteil des Lebensstils eingeführt: Nur eine Mahlzeit pro Tag wird gegessen, und zwar aus der Almosenschale, Roben aus Lumpen werden getragen, gelebt wird im Wald, auf dem Friedhof oder in einfachen Unterschlüpfen.

Die Mönche wanderten auf der Suche nach für die Meditation förderlichen Plätzen oftmals barfuss durchs Land, nur im Besitz einer Almosenschale, dreier Roben, einer Art Sonnenschirm mit Moskitonetz, der wie ein Zelt benutzt werden kann, und von ein paar persönlichen Requisiten.

Ajahn Mun, Ajahn Sao, und ihre zahlreichen bedeutenden Schüler hinterließen ein Vermächtnis beeindruckender Beispiele für ein unkompliziertes und diszipliniertes Leben. Ihre Lehren richten sich an jene die ihren Geist durch das Leben nach dem Weg des Buddha reinigen wollen. Das Herzstück der Waldtradition ist die Entwicklung der Meditation. Durch kultivieren tiefer Zustände der Ruhe und systematische Untersuchung von Körper und Geist entsteht Einsicht hinsichtlich der wahren Natur der Existenz.

Wenn man ein gutes Waldkloster betritt, ist der Geist der Praxis allgegenwärtig. Einfachheit liegt in der Luft. Die Gebäude sind sauber und ordentlich. Ein abgelegener Standort unterstützt eine Atmosphäre der Entsagung. Einfache und ungeschmückte Hütten schmiegen sich einzeln an kleine Waldlichtungen. Mönche oder Nonnen verrichten achtsam und leise ihre Pflichten oder sind mit Sitz- oder Gehmeditation beschäftigt. Während der Entwicklung der Meditation kann man vielen Hindernissen begegnen, und die Meister der Waldtradition waren für ihre Kreativität bei der Überwindung der Hindernisse und der Trübungen des Herzens bekannt. Sie zeichneten sich aus durch ihre wagemutige Bestimmtheit, Erleuchtung zu erlangen.

Die Zahl der Schüler von Ajahn Mun und Ajahn Sao wuchs allmählich, und aufgrund der exzellenten Unterweisung die sie erhielten und der Intensität ihres Einsatzes wurden viele von ihnen selbst große Meister. Heutzutage ist die Waldtradition in Thailand fest etabliert und ist dabei, auch in westlichen Ländern Fuß zu fassen.

Der Ehrwürdige Ajahn Chah

Thailand ist gesegnet mit vielen zutiefst weisen buddhistischen Meditationsmeistern, und einer der herausragendsten war Ajahn Chah.

Geboren 1918 studierte und übte er in abgelegenen Klöstern mit einigen der beeindruckendsten Lehrer seiner Zeit – Ajahn Mun, Ajahn Kinaree, Ajahn Taungrut – bevor er sein eigenes Waldkloster in der Nähe der Stadt Ubon errichtete. Bis zu seinem Tod 1993 unterwies er seine Schüler in den einfachen, entsagenden und friedlichen Wegen des Buddha.

Während Ajahn Chahs vielen Jahren der Wanderschaft und Praxis in Einsamkeit traf er auf zahlreiche Hindernisse, und die Qualitäten Geduld und Ausdauer, die er entwickelte wurden ein zentraler Teil der Lehren, die er an seine eigenen Schüler weitergab. Er war hochmotiviert in seiner Dhammapraxis, die Ursachen weltlichen Leidens und die Quelle wahrer Freiheit zu finden. Nach seinen eigenen Angaben hielt er nichts zurück und gab alles für den Dhamma auf.

Obwohl er vielen Beschwernissen und Leiden begegnete, Krankheit, Schmerz und Zweifel, gab er niemals auf. Aus dieser entschlossenen Furchtlosigkeit und diesem Einsatz erwuchs unerschütterlicher Frieden, Weisheit, und grenzenlose liebende Güte.

Ajahn Chah lehrte auf einer direkte, unkomplizierte und geradlinige Art. Er instruierte mit Charme und Humor und war ein Meister darin, alltägliche Situationen als Gelegenheit zu lernen zu nutzen. Er betonte dass wahre Einsicht niemals durch intellektuelles Wissen erlangt werden konnte, sonder nur durch direkte persönliche Erfahrung und Transformation. Bleibende Freude ist ein Ergebnis von Weisheit die ganz natürlich kommt, wenn der Geist still, ruhig und strahlend ist.

Er ermutigte uns, sich den geistigen Trübungen die unser Herz vergiften zu stellen und die Werkzeuge Entsagung, Bewusstheit und Beharrlichkeit zu nutzen, um sie zu überwinden. Er hielt seine Anhängerschaft dazu an zu lernen, wie man sich nicht in Emotionen und Stimmungen zu verlieren, sondern sich darin zu üben, die wahre Natur des Geistes und der Welt klar zu sehen und direkt zu erfahren.

Ajahn Chahs Popularität wuchs stetig, und gegenwärtig gibt es mehr als 300 Zweigklöster rund um den Globus, die zu seinen Lehren aufsehen ein Beispiel an Inspiration darstellen.